Sou Flaco de Hannover. Sou Qyper desde 17-05-2008
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O perfil de Flaco
Cabaña Las Lilas - Buenos Aires
Av Alicia Moreau de Justo 516, C1107AAL Buenos Aires
18-11-2008
Gott muß nicht nur in Hamburg gewesen sein, um dort altes Lagergemäuer in neugestyltes Nutzgelände zu verwandeln, sondern auch in Buenos Aires, wo er gleiche Weisungen erteilte. Also geschah es und sie machten sich auf, die verkommenen und längst nicht mehr zweckgenutzten Schuppen in eine Gourmet-, Wohn- u. Büromeile zu verwandeln, sodaß dies Gelände direkt am Hafen mit der Bezeichnung “Puerto Madero” heute zu den teuersten Immobilen der Stadt gehört.
U. a. finden wir hier das Restaurant ob. Namens.
Das ist nicht irgendein Gourmet-Tempel. Daß man selbstverständlich einen Tisch mit Tagen Vorlauf reservieren muß, ist nichts Neues. Daß man dann beim Einlaß deinen Namen auch im Reservierungsbuch finden muß, ist schon nicht mehr so gewöhnlich. Spätestens wenn du an einer breiten Fensterfront, hinter der sich ca. 10 Köche an einem Riesen-Holzkohlegrill zu schaffen machen, vorbeigeführt wirst, weißt du, daß du in Argentinien angekommen bist. Eben so große Mengen Fleisch liegen bereit, auf dem Grill in bestes eßbares Steak verwandelt zu werden.
Am Tisch angekommen, überfallen dich 3-4 Ober, die dich nach deinen Aperitif-Wünschen fragen, die ersten amuse-gueule (richtig??) -Teller auftragen, dir den Stuhl zurechtrücken und deiner Dame die Handtasche an der Armlehne des Stuhls mittels reißfester Schnur sichern. Ja, auch hier ist Vorsicht geboten. Allein der Tisch ist erlebenswert. Die Platte gut 2 m im Durchmesser, aus quebracho-Hartholz und gut 5 cm dick, der Rand naturbelassen. Dann endlich bringt man dir die Speisekarte, ebenfalls ein Erlebnis. Fleisch in allen denkbaren Variationen. Der Hammer: ein “baby-beef” zu 500 g und ein besonderes Steak zu 800 g. Ja, es gibt Leute, die das bestellen. Ebenso mühsam ist das Studium der Weinkarte in Brockhausstärke. Du möchtest nun also das berühmte butterweiche Gaucho-Steak genießen? Ja, dann bestelle bitte ein ganz normales “lomo”, Mindestgewicht 400 g. Ist dir zu groß? Macht nichts. Der Ober bietet dir gerne an, es mit deiner Begleitung zu teilen. Ordere noch Kartoffeln nach Wahl (etwa 20 Möglichkeiten) dazu, einen argentinischen Rotwein, dann fühlst du dich am Ende wie Tarzan, King-Kong, Schwarzenegger usw. So ganz nebenbei schweift der Blick nach draußen, wo man u. U. die Silhouette eines klassischen 4-Mast-Seglers sieht, der dort als Museumsschiff vor Anker liegt und besucht werden kann. Innerhalb dieser Meile liegen etwa 5 weitere Restaurants dieser Art, alle gut besucht abends. Aber “Las Lilas”, so sagte man mir, ist das beste. Über Preise kann ich nichts sagen, da ich eingeladen war und meinem Gastgeber nur wegen Qype nicht in die Rechnung blicken wollte. In weiteren besuchten Restaurants ganz normaler Kategorie zahlte ich für ein 3-Gänge-Menu mit bestem Fleisch, 1/2 Flasche Wein + Expresso inkl. Trinkgeld etwa die Hälfte eines vergleichbaren Menus in Deutschland.
Ja, ja, der Euro macht’s. Also, auf geht’s!
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen - Alt-Hohenschönhausen
Genslerstraße 66, 13055 Berlin
25-06-2008
Diesen Platz als “Öffentl. Dienstleistungen” zu kategorisieren, hat wirklich etwas tragikomisches, aber Qype wollte es ja wissen. Es besteht sogar eine gewisse Ambivalenz, denn sowohl zu den unseligen DDR-Zeiten wie ja auch heute noch kann man mit Fug u. Recht von “Öff. Dienstleist.” sprechen. Auch 5 Sterne zu vergeben, stößt wohl an die Grenzen des Sarkasmus; aber ehrlich, Freunde, in dieser Folterburg wurden nach allen Regeln der psycho-sadistischen DDR-Kunst auf die perfekteste 5-Sterne-Weise Menschen durch die Mangel gedreht. Bis zur Bildung des eigentlichen DDR-Regimes hatten hier die Russen das Sagen. Während dieser ersten Jahre wurden Gefangene unter unvorstellbaren Bedingungen im Keller in Zellen ohne Schlafmöglichkeit tage- u. wochenlang weggesperrt, auch in sog. “Naßzellen”, d. h., man setzte sie in gummigepolsterten wasser- u. schalldichten Zellen der “Tropffolter” aus oder begoß sie gleich richtig eimerweise mit kaltem Wasser. Die Zellen sind im Originalzustand zu besichtigen. Später dann, nach Übernahme der Verwaltung durch die etablierte DDR-Regierung, wurde mehr psychisch gearbeitet, d. h. in stunden- u. tagelangen Verhören mit den ausgefeiltesten Methoden, die die Stasi-Schergen auf einer Hochschule 4 Jahre lang erlernten. Da blieb nichts dem Zufall überlassen. Diese riesige Anzahl von Verhörräumen wie ebenso alle weiteren ausgetüftelten Überwachungssysteme sind zu besichtigen. Zu den aktiven Zeiten hätte Dante auch hier gesagt: “Wanderer, durchschreitest Du dieses Tor, laß alle Hoffnung fahren”.
Sich bei einer Führung anzumelden, ist praktisch unerläßlich, da man im Alleingang eigentlich unwissend bleibt. Teilweise werden die Führungen sogar von “Ehemaligen” vorgenommen, sodaß man die interessantesten Details aus berufenem Munde erfährt.
Im Shop erstand ich schließlich eine DVD mit dem Titel “Das Ministerium für Staatssicherheit - Alltag einer Behörde”. Es kann einen die kalte Wut packen mit anzuhören, wie ehemalige Verhöroffiziere in Interviews noch heute ihre damalige Handlungsweise und Methoden rechtfertigen. Es kann einem schlecht werden.
Prunksaal (Österreichische Nationalbibliothek) - Viena
Josefsplatz 1, in der Hofburg, 1010 Wien
23-06-2008
Wanderer, betrittst Du diese Biblio-Kathedrale, vergiß alles, was Du bisher an Bibliotheken sahest.
Hier hat die k. u. k. Donaumonarchie wirklich alles daran gesetzt, sich und dem Rest der Welt eine monumentale Büchersammlung zu erschaffen, deren architektonischer Rahmen hochbarocker Baukunst ihresgleichen sucht. Sie enthält allein 16.000 Bücher aus dem Besitz Prinz Eugens. Mit weiteren angeschlossenen Druckschriften-, Handschriften-, Autographen-, Nachlaß- u. Papyrus-Sammlungen ist sie eine der bedeutendsten Bibliotheken der Welt.
Nach dem Besuch nehme man zur reflektierenden Erholung eine Auszeit von mindestens 1 Stunde mit dem Genuß eines der wunderbaren Wiener Kaffees.
Mozarthaus Vienna - Viena
Domgasse 5, Mozart-Wohnung in Wien, 1010 Wien
23-06-2008
Lieber Besucher, bringe viel Zeit und Kraft mit! Am besten noch v o r jedem anderen Museumsbesuch kommen.
Es ist schon ein erhebendes Gefühl, die gleichen Räume zu durchschreiten, in denen unser Genie 3 Jahre lang (1784-87) wohnte und u. a. seinen “Figaro” komponierte. Insgesamt sind 4 Stockwerke zu besichtigen. Mozart lebte aber nur in einem; die anderen 3 Etagen sind der Ausstellung zusätzlich gewidmet.
Auf jeden Fall sollte man sich ein Audio-guide gönnen, das ausführlichste Erklärungen zu den Exponaten (Original-Partituren, Briefwechsel etc.) liefert. Man erfährt auf diese Weise zudem höchst interessante Intima über Mozart, von denen so mancher noch nie etwas gehört hat, die einem den Künstler jedoch noch liebenswerter erscheinen lassen. Am Eindrucksvollsten war ein wandbreites audiovisuelles Diorama, aus dem Auszüge aus der Zauberflöte erklangen. Auf die Veröffentlichung eines Fotos verzichte ich, da nicht sonderlich attraktiv.
Der Museums-Shop läßt keinen Wunsch offen.
Bestattungsmuseum - Viena
Goldeggasse 19, Wien
23-06-2008
Als ob es nicht schon genug Museen in Wien gäbe. Immerhin, mit meinem Hang zum Gruselig-Mystischen mußte ich einfach sehen, was da so gezeigt wird. Schließlich weiß man ja nie, wie nah man selber “dran” ist!
Also, das Museum ist angegliedert an den städt. Bestattungsdienst. Ein höchst kultivierter Mitarbeiter hat es sich zur Zusatzaufgabe gemacht, in mehreren Räumen eine Entwicklungsgeschichte des Wienerischen Beerdigungswesens gegenständlich zu dokumentieren. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus angesichts des luxuriösen Aufwandes, der auch im Zshg. mit dem letzten Weg getrieben wurde und wird. Der Führer erklärt in allen Details die Uniformen, Dekorationsgegenstände, Kutschen etc. etc., die bei Bestattungen von Superreichen bis Mittelständlern eingesetzt worden sind und werden. Tragikomisch ist, die sogenannte Scheintod-Alarmglocke in Funktion zu sehen und den entsprechenden Erklärungen zu lauschen. Insgesamt ein lohnender Besuch, allein schon wegen der präzisen und ausführlichen Angaben des Führers. Am Ende ist das Gruselig-Mystische dann einer eher nüchternen Betrachtungsweise gewichen, wenngleich doch ein Hauch von Bedrückung verbleibt.
Sigmund Freud Museum Wien - Viena
Berggasse 19, 1090 Wien
19-06-2008
Es ist in Wien schon schwierig, irgendwo weniger als 5 Sterne zu vergeben, denn alle sehenswerten Plätze sind hervorragend gepflegt, wissenschaftlich akribisch dargestellt, so, wie es eben sein muß. Dies gilt natürlich auch für das Freud-Museum, das in Freuds ehemaliger Wohnung eingerichtet wurde. Der Wissbegierige bringe viel Zeit und Kraft mit, um die endlosen Exponate (Fotos, Schriftwechsel etc.) zu studieren. Auf den wenigen Sitzgelegenheiten hat man dann Zeit zum Meditieren und darüber nachzudenken, daß an diesem Ort die moderne Psychoanalyse entstanden ist. Ein wunderbares Erlebnis. Der Museums-Shop ist sehr reichhaltig, Literatur en masse.
Josephinum - Viena
Währinger Str. 25, Medizinhistor. Museum, Wien
19-06-2008
Wie schon zum Naturhistorischen Museum erwähnt, gilt auch hier: wer sich diese Körper u. Körperteile einige Tage lang angesehen hat, kommt fast als perfekter Mediziner wieder heraus. Dieser Ort gehört sicher nicht zu den allgemeinen touristischen Sehenswürdigkeiten. Auch ich bin nur ein ganz gewöhnlicher “Touri”, habe aber einen leichten Hang zum Gruseligen und bin während des Besuches voll auf meine Kosten gekommen. Dieses medizinhistorische Museum ist integriert in die Medizinische Universität Wien. Außer, daß man eine Menge - vielen bisher sicher unbekanntes - über historische österreichische Leistungen auf dem Gebiet der Medizin erfährt (Billroth, Semmelweiß, Wagner-Jauregg, Freud etc., Letzterem ist ein gesondertes Museum gewidmet), kann man sich stundenlang - wer will, natürlich tagelang - mit der menschlichen Anatomie beschäftigen, die an hunderten von naturgetreuen in Vitrinen gezeigten Wachspräparaten dargestellt ist. Alles sieht genau so aus, als wenn der Chirurg soeben den Körper geöffnet hätte. Wer also noch nicht weiß, wo Leber, Zwerchfell, Nieren etc. sitzen, keine Ahnung vom Knochenaufbau, den Blutbahnen, Lymphgefäßen, Nervenästen usw. hat und noch nie ein künstliches Hüftgelenk in der OP-Phase sah, der ist hier gut aufgehoben. Mit der Dauer des Besuches wird das leicht Gruselige auch durch eine durchaus nüchterne Betrachtungsweise verdrängt und fragt sich immer wieder, w i e denn all’ diese Organe (meistens jedenfalls) so harmonisch kooperieren.
Naturhistorisches Museum - Viena
Burgring 7, 1010 Wien
16-06-2008
Wer in diesem kolossalen Gebäude einige Wochen verbringen würde, käme als autodidaktisch ausgebildeter Biologe wieder heraus. Man kann sich die Vielfalt an Exponaten einfach nicht vorstellen. Man bringe jedenfalls viel Zeit und Kraft mit, um die über 4 Stockwerke zu jeweils mehr als 100 m Breite gezeigte Menschen- u. Tierwelt - beginnend bei den Dinosauriern - auch nur annähernd zu bestaunen. Alles, was lebte und lebt, von der Amöbe bis Tyrannosaurus Rex, ist in wissenschaftlich kommentierter und aufbereiteter Form in einem historischen Ambiente zu sehen, einfach phantastisch. Es darf photographiert werden!
DEMEL - K.u.K Hofzuckerbäcker - Viena
Kohlmarkt 14, A-1010 Wien
16-06-2008
Hier vergebe ich nur 4 von 5 möglichen Sternen, da sich mein Eindruck vom letzten über 40 Jahre zurückliegenden Besuch nicht wiederholt hat. Woran es liegt, weiß ich nicht. Möglicherweise hat sich die Kuchenqualität inzwischen weltweit so gut entwickelt, daß der seinerzeit bestehende Unterschied verblasst ist. Natürlich ist die Qualität immer noch 1. Klasse, aber damals durfte man das Kuchenbüffet nicht mit Blitzlicht photographieren, so erlesen waren die Teile. Ein Stück Torte kostete seinerzeit 7,00 DM!! Und war es wert. Hervorzuheben ist hier besonders der Kaffee in 20 oder mehr Versionen. Da merkt man, wie Kaffee w i r k l i c h schmecken kann.
Kaisergruft - Viena
Neuer Markt/Tegetthoffstraße 2, 1010 Wien
16-06-2008
Die Kaisergruft liegt im Untergeschoß der Kapuziner-Kirche und bewahrt die Gebeine der Habsburger von 1633-1989. Bestimmt hat der Leser dieser Zeilen ähnliche Gruften besucht und würde sich hier über nichts mehr wundern. Auch ich hatte schon einige letzte Ruhestätten ehemals herrschender Dynastien gesehen, doch hier verschlug es mir den Atem. Neben einigen eher bescheidenen Sarkophagen ist besonders zu erwähnen der von Karl dem VI. Etwas zeitversetzt nach der Bewunderung der künstlerischen gigantischen, pompösen Gestaltung drängt sich unweigerlich der Gedanke daran auf, warum für eine einzelne Person - auch wenn Kaiser gewesen - ein derartig riesiger materieller Aufwand getrieben wurde. Demnächst folgt ein Photo. Man verläßt die Stätte mit gemischten Gefühlen.
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