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TAPAS ESPAÑA - Friedenau

Rheinstr. 32, 12161 Berlin

19-03-2011

Es gibt da so einen Grundsatz unter Power-Fresssäcken: "Niemals die Deko essen!" Das kann ja gelegentlich ganz sinnvoll sein - besonders in leicht überkandidelten Restaurants kann es nachgerade lebensgefährlich werden - aber im Tapas Espana MUSS man die Deko mitessen, sonst verpasst man das beste.
Bevor man im Tapas Espana allerdings die Deko mitessen kann, muss man erst mal was bestellen. Logisch. Also die Karte zur Hand genommen und... holla, die Waldfee, jede Menge Lesestoff. Also stärken wir uns erstmal mit einem sinnigen Getränk. Ein frisches San Miguel vom Hahn bietet sich an, oder doch gleich einen Wein? Hier haben sie jede Menge Spanier, die nicht auf Rioja oder Tempranillo hören, das könnte interessant werden!
Logisch, dass die Speisekarte umfangreich ist. Das ist in jedem Tapas-Laden so. Wenn man sich einen Haufen kleine Häppchen bestellen soll, dann muss auch ein Haufen kleiner Häppchen auf der Karte stehen. Was zur Folge hat, dass ich mich mal wieder nicht entscheiden kann... könnte, denn für Kantonisten wie mich hat der weise Küchenchef Tapas-Platten auf die Karte gesetzt. Kalte Tapas, warme Tapas, Tapas mit Fisch, Tapas mit Fleisch, Tapas für eine Person, für zwei Personen, Tapas Auswahl vom Chef... Moment, die nehmen wir!
Und die Entscheidung haben wir nicht bereut. Fritierte Sardinen, getrocknete Tomaten, angebratene Chorizo-Scheibchen, aromatische Klöpschen, Calamares im Bierteig, und, und, und, dazu Mojo Rojo und Mojo Verde wie auf den Canaren... eine majestätische Menge Zeugs, die appetitlich angerichtet auf einer Salatblatt-Deko vor uns liegt. Nicht lange, denn das Material schmeckt viel zu gut, als dass man gravitätisch-authentisch daran herumknabbern wollte, jetzt wird eingefahren, heißahoppsa!
Und plötzlich war nur noch die Salatblattdeko da. Und natürlich die von vergangenen Freuden kündenden Saucenreste, der Zitronensaft, das aromatische Olivenöl. Verwegener Gedanke: Könnte man das Zeugs nicht mit den Salatblättern aufmoppen? Man kann nicht, man muss! Blankgeputzt geht die Platte zurück in die Küche: wer hier die Deko nicht mitisst, ist selber schuld.

lokalreporter nur nichtwisser essen die deko nicht mit. ;o)

Bierlokal Hell oder Dunkel - Friedenau

Laubacher Str. 28, 14197 Berlin

18-03-2011

Weil der Südwestkorso-Glühwurm zum 1. Februar überraschend schließen musste, war meine Skatrunde kurzzeitig heimatlos. Schwierige Situation, denn wir stellen hohe Ansprüche an die Läden, die wir mit unser Gegenwart beglücken, deshalb unterzogen wir diverse Friedenauer Lokalitäten einem rigiden Leistungstest, den vollkommen überraschend das "Hell oder Dunkel" für sich entschieden hat. Die Kriterien waren folgende:
1. Die Bedienung muss einen angenehmen Anblick bieten und freundlich & verständnisvoll sein. Wenn man gerade einen Grand mit Vieren mit 59 versenkt hat, das nächste Blatt aufnimmt und nichts als einen Haufen Luschen sieht, braucht die Seele Trost und das Auge Entlastung, wenn man ein frisches Bier bestellt.
Hier kann das "Hell oder Dunkel" in jeder Beziehung punkten.
2. Der Spielort darf nicht zu gediegen sein. Wir spielen lieber in eher rauhbeiniger Atmosphäre, weil's dann nicht so auffällt, wenn Jürgen und Kurt sich dauernd anschreien.
Auch das passt im "Hell oder Dunkel": hier wird ernsthaft Fußball geguckt, da fallen Jürgen und Kurt überhaupt nicht auf.
3. Wir benötigen dunkles Weizen (Kurt), alkoholfreies Weizen und Weißwein (Jürgen), Pils und Rotwein (Harry und ich), um spielerisch auf Tour zu kommen.
Das Getränkeangebot im "Hell oder Dunkel" ist über jeden Zweifel erhaben. Insbesondere das selbstgebraute Bier wächst einem mit der Zeit ans Herz bzw. an den Gaumen. Auch das Weinangebot kann sich sehen lassen. Wird noch 'ne Weile dauern, bis wir alles durchprobiert haben.
4. Das Essen darf nicht zu überkandidelt sein, sonst meckern Kurt und Harry.
Im "Hell oder Dunkel" gibt's richtig gutes Kneipenessen. Die Standard-Beilage sind Bratkartoffeln, ordentlich speckig-fettig, nix für Diät-Fetischisten. Ansonsten Schnitzel in allen Variationen, schöne gebratene Heringsfilets (!), diverse Burger und derzeit ist ein ganz ausgezeichneter Spanferkelrollbraten mit selbstgeklöppeltem Sauerkraut und den erwähnten Bratkartoffeln für schlappe 8,50 im Programm, schlichtweg sen-sa-tio-nell. Kurt bestellt immer die Knoblauchsuppe, weil die "genau wie auf Mallorca, bloß besser" ist.
Insgesamt eine sehr, sehr angenehme Kneipe. Nicht nur für ehemals heimatlose Skatrunden.

Glühwurm - Friedenau

Südwestkorso 69a, 12161 Berlin

29-04-2008 (atualizado em 27-01-2011)

Das ist kein Restaurant und keine Kneipe, das ist eine Beiz. Für den, der nicht weiß, was eine Beiz ist: eine Beiz ist ein Wirtshaus, nur nicht ganz so vornehm. Man freut sich schon den ganzen Tag darauf, wenn man abends in die Beiz gehen will, und wenn man dann endlich hingeht, setzt man sich an einen Tisch ohne Tischdecke, und die Karte braucht man eigentlich auch nicht. Man weiß, was es gibt, und das bestellt man. Handgemachte Maultaschen, Käsespätzle, Zwiebelrostbraten, Tellerschnitzel... dazu trinkt man Bier (Rothaus vom Fass!) oder einen gescheiten Wein und freut sich, dass man in der Beiz sein darf, bestellt noch ein Getränk und bleibt den ganzen Abend hocken. Das ist also eine Beiz.
Der Glühwurm ist eine prima Beiz.

Aktualisierung Januar 2011: Tieftraurig vermelde ich, dass meine von Herzen geliebte Stammkneipe, in der ich seit fast drei Jahren beinahe wöchentlich aufgeschlagen bin, um Messer und Gabel, angenehme Getränke sowie das ein oder andere Kartenspiel zur Hand zu nehmen, zum Monatsende schließen wird. Friedenau wird um ein höchst angenehmes Lokal ärmer.

waschechteBerliner Und wie steht es mit Glühwurm am René-Sintenes-Platz?

Kurbjuhn Da gibt es seit Jahren keine Veränderungen. Warum fragst du?

Amici Amici - Kreuzberg

Mehringdamm 40, 10965 Berlin

06-05-2008 (atualizado em 19-01-2011)

Bei amici miei machen sie eine sensationelle Steinofen-Pizza. Man könnte sich glatt reinsetzen, wenn es denn praktikabel wäre, sich in eine Pizza zu setzen. Ist es aber nicht. Man sollte die sensationelle Steinofen-Pizza von amici miei daher besser andächtig verzehren, dass bekommt auch dem Beinkleid besser als das Reinsetzen.
Die Pizza gibt's in Teilen auf dem Pappdeckel zum Mitnehmen oder in Teilen auf dem Teller an den Steh- und Sitztischen im Lokal oder im Ganzen nach Wunsch auf Vorbestellung.
Dies wäre ein ganz normaler Pizza-Imbiss, wenn die Pizza nicht wirklich sensationell wäre. Besonders die Thunfisch-Pizza ist schlicht und einfach göttlich, ich könnte mich reinsetzen, was ich aus o.g. Gründen aber nicht tue.
Es sind meistens 4 verschiedene Pizzen vorrätig, und das ist der Grund, warum's nur 4 statt 5 Sterne gibt, wenn die schon ein Weilchen liegen, werden sie kurz zurück in den Steinofen zum Aufwärmen geschoben, und dann schmecken sie nicht mehr ganz so sensationell wie frisch.
Nur wenige Schritte von Curry 36 und Mustafas Gemüsekebap: die italienische Alternative!

Aktualisierung Januar 2011: Das Amici Amici hat gewaltig aufgebohrt, die Räume nebenan wurden dazugenommen, renoviert und mit typischem Trend-Italiener-Schick (wer ist eigentlich als erster auf die Idee mit den aufgeblasenen historischen Schwarzweiß-Fotos gekommen?) ausgestattet: der ehemalige Pizza-Pasta-Imbiss ist jetzt ein richtiges Restaurant.
Und der Laden brummt: um kurz nach sechs (!) haben wir die letzten beiden freien Plätze ergattert. Da kann die Konkurrenz nur neidisch staunen, wir freuen uns, bestellen den Hauswein (frisch, fruchtig, preiswert) und gucken die Karte an. In der Standardkarte stehen die alten Bekannten aus dem Imbiss, Pasta und Pizza (augenscheinlich nach wie vor in erstklassiger Qualität, davon konnten wir uns durch einen Blick auf die Nachbartische überzeugen), für das frische Zeugs ist die Wochenkarte zuständig. Wir teilten uns einen Salat von lauwarmen Pulpo mit Kartoffeln, Sellerie und Möhren, der war richtig Klasse: butterzarter Pulpo im Kontrast mit dem Wintergemüse, Zitronensaft, Olivenöl... typisch Italien. Raffinesse durch Einfachheit.
Zum Hauptgang blieben wir beim Fisch, Lachs für mich, Dorade Royale für die geduldigste Gemahlin von allen. Der Lachs war wie ich ihn mag, saftig, beinahe noch glasig, die Dorade hätte ich ein Minütchen früher vom Grill genommen, aber das ist Meckerei über Nuancen. Die Gemüsebeilagen waren (Kartoffel, Möhre, Mangold) waren durchaus homöopathisch portioniert und ohne viel Firlefanz gekocht und mit Olivenöl angemacht. Okay, genug gemeckert: es hat geschmeckt, wir werden wiederkommen. Schön, dass jetzt ein verlässlicher Trattoria-Italiener mit passablem Preisleistungsverhältnis (weniger als 50 € für 2 Personen) in der Nähe ist!

Kurbjuhn Eben vorbeigegangen, muss mich korrigieren. Man kann draußen sitzen, sie haben ein paar Stühle und eine Bierzelt-Garnitur auf den Bürgersteig gestellt. Nu ja. Ich ess meine Pizza weiterhin lieber drinnen. Direkt nebendran ist eine Nudelbar mit Terrasse, da sitzt sich’s deutlich angenehmer.

Jens05 Draußen sitzen ist auch nicht unbedingt so klasse, da Mehringdamm Ecke Yorkstraße extrem laut ist. Und nebenan gibts noch das Show me, was eine gute Alternative ist, wenns mal wieder beim amici zu voll ist. Vorausgesetzt, man ist so flexibel sich plötzlich für asiatisch zu entscheiden.

Mendoza Argentinisches Steakhaus Berlin - Westend

Spandauer Damm 157, 14050 Berlin

06-12-2010

Man sollte doch öfters die Verwandschaft besuchen. Monatelang hatten wir den Besuch verschoben, immer war was angeblich wichtigeres dazwischengekommen, aber nun war es soweit, endlich mal die liebe Tante in Neu-Westend besuchen. Neue Wohnung bewundern, alles fein, alles frisch, alles super, und jetzt gehen wir Mittagessen! Wohin? Ins Steakhaus um die Ecke... na schön, irgendwas werd ich auf der Karte schon finden...
Um die Ecke lag das Mendoza, und es sah aus wie alle Steakhäuser um die Ecke.
Typische, vage südamerikanisch angehauchte Steakhaus-Folklore, schon am helligsten Mittag ein wenig duster, damit der Gaucho denkt, die Dämmerung ist gekommen und sich ein Bier bestellt. Das tat ich prompt, das Budweiser war ausgezeichnet. Mit der Innenarchitektur aus dem Steakhaus-Baukastensystem mochte ich mich nicht lange abgeben, immerhin vermerkte ich ein außergewöhnlich prall bestücktes Salatbüffet, ich steckte meine Nase in die Karte, entdeckte die üblichen Verdächtigen, die um die Ecke lauern: Hüftsteak, Rumpsteak und Filet in diversen Größen, und da ich mich nie entscheiden kann, nahm ich einen Grillteller mit Schwein, Rind und Lamm, Pommes und grünen Bohnen für rekordverdächtige 11,90 Euro. Den Schnäppchenjäger-Vpgel schoss allerdings die geduldigste Gemahlin von allen ab, Spareribs und Salat satt (beides kann unbegrenzt nachgeordert werden) für unschlagbare 10,90 Euro. Ja, Wahnsinn, bei solchen Preisen kann ich noch 3,20 Euro zusätzlich auf den Kopp hauen und auch ans Salatbuffet gehen.
Die kleine Überraschung: die Salate nebst diversen Saucen hätten einem dreimal so teuren Restaurant zur Ehre gereicht. Da war nix Convenience, da war alles liebevoll selbst geschnippelt und angerichtet, und der Salatier war auch vor Dingen wie Rosenkohl und gebackenem Blumenkohl nicht zurückgeschreckt, die man eher nicht an der üblichen Salattheke vermuten würde.
Die große Überraschung kam mit den Hauptgerichten: das war richtig gutes Essen. Das Fleisch auf meinem Grillteller war reichlich, perfekt rosa gebraten, die Pommes knusprig und die frischen grünen Bohnen waren genau richtig mit Kräutern, Zwiebeln und Knoblauch gewürzt... ausgezeichnet!
Die Spareribs spielten nicht ganz in der Tony-Roma-Liga, aber sie waren verdammt nahe dran. Das Fleisch fiel vom Knochen, die Barbecuesauce war selbstgemacht und mundete hervorragend, und auf dem Teller lagen zwei lange Rippen-Reihen, gern hätte die geduldigste Gemahlin nachgeordert, sie war aber schon nach der ersten Portion angenehm gesättigt.
Auch wenn's "nur" ein Um-die-Ecke-Steakhaus ist, von der hier gebotenen Qualität und Küchenleistung kann sich die Konkurrenz, zu der man normalerweise hinpilgert, eine dicke, saftige Scheibe abschneiden. Die Tante wird sich wundern, wie oft sie in Zukunft Besuch bekommen wird.

Konnie-Neukölln Komisch - bei Verwandschaftsbesuchen kommt mir auch immer was wichtigeres dazwischen :-)

Barbara's Kaffeetafel - Friedenau

Breslauer Platz, Berlin

08-01-2009 (atualizado em 16-09-2010)

"Barbaras Kaffeetafel" ist ein Marktstand. Mittwochs steht er auf dem Winterfeldmarkt, donnerstags und sonnabends auf dem Breslauer Platz. Da kann man jede Menge Kuchen kaufen (Nuja, wer Süßkram mag...), Marmelade (Für, den, der sowas sucht, sicherlich das höchste), ein ausgefeiltes Sortiment verschiedener Quiches (Muss es ja auch geben) und die BESTEN Mautaschen, die man in dieser Stadt für Geld kaufen kann: handgepackt, Kinderfaust-groß, in einer vegetarischen (muss ja nun wirklich nicht sein) und der von mir getesteten Variante mit Biobrät und Gehacktem, und dieses Zeugs ist der Hammer! Saftig, auf den Punkt gewürzt, in schöner, goldgelber Brühe schwimmend, begleitet von einem herrlich säuerlichen schwäbischen Kartoffelsalat (Man kann gegen die Schwaben einiges sagen, aber Kartoffelsalat können sie. Und - natürlich - Maultaschen.), das ist das reinste Manna in der Mittagspause (5 Euro). Vorsicht ist geboten, wenn man gedenkt, die Maultaschen direkt am Stand zu verzehren. Die Bestellung sollte man in dezidiertem Hochdeutsch abgeben, um auf keinen Fall für einen Schwaben gehalten zu werden, sonst wird einem der Kartoffelsalat in die Brühe mit den Maultaschen gekippt! Ich weiß, dass der Profi-Schwabe das für eine der größten Delikatessen überhaupt hält und wonnevoll die Augen verdreht, während er die Kartoffelsalatstückchen in der heißen Brühe zerknitscht, aber... nee. Nee, das geht gar nicht. Barbaras Maultaschen? Ein Muss! Barbaras Kartoffelsalat? Ein Muss! Aber in zwei verschiedenen Gefäßen. Wir wollen's nicht übertreiben mit der Schwabophilie.

Schön, wenn man bestätigt wird: Der Tagesspiegel hat von einer kompetent besetzten Jury (u.a. Frühsammers) die in Berlin erhältlichen Maultaschen testen lassen. Numero Uno sind die von Barbaras Kaffeetafel!
http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/essen-trinken/ravi...

Und gleich das nächste Update: Die vom Tagesspiegel geadelten Maultaschen mit Kartoffelsalat kosten jetzt sechs Euro. Sind aber wirklich ihr Geld wert.

weinrot Kaum jemand könnte der Schwabophilie unverdächtiger sein als ich, ich mag noch nicht mal Maultaschen, aber das klingt so richtig gut! :-)

Limoncina Ich mag auch Maultaschen, mit lauwarmem Kartoffelsalat, aber auch lieber getrennt! Amüsant geschrieben, gefällt mir!

Hofbräuhaus Lindenbräu Sony Center - Tiergarten

Bellevuestr. 3-5, 10785 Berlin

29-08-2010

Da kommt man während der Langen Nacht der Museen nachts um halb elf erschöpft aus dem Filmmuseum und denkt, dass man eine gute Idee hat: "Jetzt ein lecker Weizen im Lindenbräu!" Ab geht's im Schweinsgalopp, sind ja nur ein paar Meter...
Oha! Ist ja ziemlich voll, da sind noch mehr auf die gleiche Idee gekommen. Moment, da stehen gerade drei Herrschaften auf, ein freier Tisch, da setzen wir uns...
"Da braucht ihr euch gar nicht erst hinsetzen. Erstmal wird hier in Ruhe alles abgeräumt, vorher geht hier gar nichts!"
Pardon. Das wussten wir nicht, dass hier keine Kellner mehr arbeiten sondern pöbelnde Kompetenzsimulationen. Macht aber nix. Es gibt ja auch woanders Bier.

Jannah @kurbjuhn, stell Dir mal vor, was die Armen da den ganzen Abend für einen Stress hatten! Und da kommt Ihr einfach und wollt Bier trinken! Wo kommen wir denn da hin!?

leider bin ich ab jetzt weg. Macht's gut und lebt wohl. pöbelnde Kompetenzsimulationen - klasse Wortschöpfung

Elisabethschenke - Podersdorf am See

Seestr. 88, A-7141 Podersdorf am See

16-08-2010

Könnte man sich ohne Ohren in das Podersdorfer Nachtleben stürzen, dann wäre die Elisabethschenke die unangefochtene Numero Uno unter den Heurigen. Der Wein ist wirklich ganz, ganz ausgezeichnet (Der Welschriesling! Der Sauvignon Blanc! Die TBA!), die Brotzeiten sind üppig, was Portionierung und Fett- und Proteingehalt angeht, und im Garten des Lokals sitzt man wirklich sehr, sehr angenehm. Hin und wieder gibt es Specials wie z. B. einen ausgezeichneten Schweinebraten oder das überbackene "Winzerbrot", na, hier lässt sich's doch aushalten...
...würde man sagen, wenn man auf ein Hörgerät angewiesen ist und dasselbe abschalten kann. Denn was die akustische Untermalung des Heurigenabends anbelangt, haben die Inhaber leider die Ohren stramm rückwärts gerichtet und lassen krachlederne Volksmusik und stramm auf 2/4 gebürstete Schlager aus den Boxen schallen.
Wer mich kennt, weiß, dass der Wein schon sehr, sehr gut sein muss, damit ich meine verwöhnten Gehörgänge dieser Tortur aussetze, und, wie ich bereits schrieb, der Wein IST so gut. Ein-, zweimal die Woche suchen wir die Elisabethschenke auf. Auf ein Achtel oder zwei. Mehr ist akustisch nicht zu verkraften.
Wobei in diesem Jahr (2010) Hoffnung aufkam: hin- und wieder mogelte eine Art Guerilla-DJ den ein oder anderen 50er-Jahre-Rock'n Roll-Titel zwischen die Volks-Schmonzetten. Sollte hier ein behutsamer Modernisierungskurs gefahren werden? Dann wird die Elisabeth-Schenke in zehn, zwanzig Jahren bei den Beatles und den Stones angelangt sein. Dann kann man endlich etwas länger bleiben.

eichhorn Endlich wieder Berichte aus Podersdorf.

Jagakölla - Podersdorf am See

Weinberggasse 1a, 7141 Podersdorf am See

16-08-2010

Was finden die Einheimischen nur an diesem Laden? Was den Jagakölla anbelangt, stehe ich vor einem Rätsel. Die Einheimischen aus dem Seewinkel lieben diesen Laden, wenn man sie fragt: "Wo kann man denn hier gut essen?" ist der Jagakölla meist unter den Top Five... und ich versteh nicht warum.
Dies Jahr haben wir's mal wieder probiert. "Muss doch was dran sein, wenn sogar die Dings hierher kommt... Vielleicht ist das Essen ja besser geworden..."
Also hereingestürmt, die Inneneinrichtung gewürdigt (man kann nur hoffen, dass dieses Geier-Wally-Interieur irgendwie ironisch gemeint ist) und anschließend das Auge auf Entspannungsreise in die Speisekarte geschickt. Bevor ich "Blunzengröstl" lesen konnte, war auch schon der hastig georderte Welschrieslign schon da... Sapperment! Der Wein ist gut. Nicht ganz so gut wie z.B. beim Seehoada, aber viel besser als beim letzten Mal hier. Vielleicht hat sich ja auch was in der Küche getan...
Wo war ich... Ach ja, Blunzengröstl. Warum denn nicht? Ist eins meiner Lieblingsgerichte aus der deftigen Abteilung, allzuviel kann man an Bratkartoffeln mit gebratener Blutwurst nicht verpfuschen, also wird Blunzengröstl geordert.
Beim Blunzengröstl gibt es zwei Schulen: die eine, die gebratene Kartoffeln und gebratene Blutwrurstscheiben bauernfrühstücksmäßig vermengt und den Kren (Meerrettich) drüberhobelt, und die andere, die alles in separaten Häufchen serviert. Beim Jagakölla folgte man der zweiten Schule, und die Blutwurst war - für meinen Geschmack - eher warm gedünstet als wirklich gebraten. Die Kartoffeln hingegen waren kross, trocken und sorgfältig entfettet...
Ja, Teufel noch eins! Bestell ich mir wirklich Blunzengröstl, um entfettete Kartoffelscheiben zu essen? Ich bin im Urlaub, gebt mir Fett und Protein, aber in Massen, bitteschön!
Man verstehe mich nicht falsch, das war alles handwerklich sauber gemacht, ich hab eigentlich überhaupt nix zu meckern, aber Blunzengröstl kenn ich anders. Deftiger. Fettiger. Appetitlicher.
Es hat ja nicht schlecht geschmeckt. Ich hab's komplett verputzt, einen zweiten Welschriesling getrunken, und mich über den wirklich sauscharfen Meerrettich gefreut. Aber wenn der Meerrettich das beste am Blunzengrostl war, dann kann man's noch optimieren. Andererseits... wenn es den Einheimischen genau so gefällt? Wie gesagt, was den Jagakölla anbelangt, verstehe ich sie nicht.

Strandkaufhaus Karner - Podersdorf am See

An der Promenade 1, 7141 Podersdorf am See

16-08-2010

Das Strandkaufhaus Karner ist eine Podersdorfer Institution, dieser atemberaubende Ramschladen steht auf einer Sehenswürdigkeits-Stufe mit Leuchtturm, Dorfkirche und Windmühle, wer sich bei Karner nicht mit sinnlosem Quatsch eingedeckt hat, kennt Podersdorf nicht, war nicht im Burgenland, weiß nicht, was Urlaub ist.
Hier bekommt man alles, was der Urlauber benötigen könnte. von der Zeitung bis zur Wurstscheibe, vom Kaugummi bis zur Fahrradkarte. Starprodukt des Hauses ist das "Potenzerl", ein weißlicher Schnaps, im Spermium-förmigen Portionsfläschchen direkt an der Kasse offeriert.
Was soll ich sagen? Bei Karner bewahrheitet sich die Kaufmanns-Weisheit "Es gibt für alles Kundschaft", und die beiden Damen verkaufen dieses alles mit unendlicher Geduld und Freundlichkeit. Von der Morgenzeitung bis zum Late-Night-Wein fürs Hotelzimmer: der Takt des Podersdorfer Lebens wird bei Karner vorgegeben.

6Kraska6 Hats geholfen? (Das Podersdorfer "Potenzerl")

31-01-2012