Sou Schnuppidu de Hamburgo. Sou Qyper desde 15-08-2007
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Grosse Elbstrasse 164, Links neben Henssler und Henssler, 22767 Hamburg
Schnuppidu
escrito em 17 Fev 2010
Gerade hatte ich im Hamburger Abendblatt ü/ das Marseille gelesen, Chefreporter Meyer-Odewald war angetan, viele Gastrokritiker in Hamburg vor ihm ebenfalls. Dennoch scheint das Marseille nicht richtig abzuheben. Die Kritiken hier waren dann doch eher verhalten.
Also, selber hingehen. Sehr nett am Telefon, ein Tisch nicht zu nah an der Tür ist versprochen und was versprochen wird auch nicht gebrochen. Der Tisch ist in der Ecke, das ganze Lokal im Blick. Hier und da steht französische Literatur am Rande, von Asterix bis zu Traumvillen an der Cote d´Azur. Das Personal sehr freundlich, aufmerksam, aber nicht frankophil. Das ist z.B. bei Plat du Jour oder Cafe Paris ganz anders, die Läden brummen dann auch stets.
Wir trinken zunächst eine, später noch eine andere Flasche Rotwein aus dem Bordeaux, beide tadellos, dazu Wasser. Anfangs noch Brot - möglicherweise selbstgebacken - mit Öl und Salz.
Es ist ein Montagabend, 20h, von den rund 20 Tischen sind nur vier oder fünf besetzt. Die Karte, die regelmäßig durchmischt/erneuert wird, findet Ergänzung durch ein 3-Gänge-Menü, das mit Kreide an einer Tafel über dem Tresen angeschrieben ist.
Die Wartezeiten wurden hier moniert, heute sind die Zeiten i.O. Es gibt Vorspeisen, z.B. Weisswurst aus Zander, Ziegenkäsegnocchi mit Wildbratwurst und Petersilienwurzelcremesuppen mit je einem Wachtelspiegelei. Danach habe ich die Bouillabaisse Marseille, Fischfilets, dazu geriebener Käse, Brot und Creme. Ich habe gelesen, dass es viele verschiedene Rezepte für die Fischsuppe gibt, ich schmecke, dieses ist eines der schöneren.
Die Preise sind moderat, nahezu alle Gerichte können auch als halbe Portion für 2/3 des vollen Preises bestellt werden.
Und der Service war exzellent. Und sehr nett.
Dennoch, warum brummt der Laden nicht, während gegenüber das Rive geflutet wird, das Henssler & Henssler stets voll ist?
Vielleicht, und das ist nur mein ganz persönlicher Geschmack, vielleicht fehlt es etwas an festen, etablierten Klassikern - außer der Bouillabaisse - , vielleicht an französischer Musik im Hintergrund, ich denke bei Marseille z.B. an La Mer, vielleicht denke ich an einen etwas zu lauten, omnipräsenten Patron, der dem Laden seinen Stempel aufdrückt, vielleicht sind die einzelnen Gerichte auch ein bißchen zu besonders, z.B. Meeräsche und geräucherte Entenburst mit Topinambur und Schwarzwurzelsalat würde ich auf keiner Karte dieser Welt in die engere Auswahl nehmen.
Vielleicht bin ich auch nur ein Bauer, der gerne Wein trinkt, einfach und zuviel isst und sich an so einem Abend ein bißchen wie in der wilden Hafenstadt am Mittelmeer fühlen will.
Vielleicht steuert das Marseille aber auch auf einem sehr guten Kurs in die denkbar beste Richtung.
Zu wünschen wäre es Ihnen und ich freue mich schon auf einer der Hamburger Sommerabende, wo man auf echter Holzbestuhlung vor dem Haus sitzt und - mit etwas Glück - der leichte Duft der schräg gegenüber liegenden Fischmarkthallen diesen Platz zu etwas ganz Besonderen machen wird. Dazu ein Glas Rotwein. Oder zwei. Und Früchte des Meeres. Satt. Vielleicht sind sie dann ja auf der Karte.
Elbchaussee 130, 22763 Hamburg
Schnuppidu
escrito em 2 Abr 2009
Weil Heinz O. Wehmann liebt, was er tut, ist das Landhaus Scherrer an der Hamburger Elbchaussee seit Anfang der 80er Jahre eine feste Größe in der deutschen Spitzengastronomie. Die Küche ist vielfach ausgezeichnet, regionale Produkte - nicht nur - und Gerichte sind auf der Karte leicht zu finden.
Gestern, 19.30h, wir betreten das Haus von der Elbchaussee aus, werden vom Chefkoch persönlich per Handschlag und einem herzlichen Willkommen begrüßt. Die omnipräsente Emmi Scherrer, Frau des verstorbenen Namensgebers, bringt uns zum Tisch.
Es gibt hier Raucher und Nichtraucherräumlichkeiten, letztere - unsere - sind gleich links nach dem Eingang.
Helle Farben überwiegen, die Scheiben zur Elbchaussee sind aus Butzenglas, man sieht nicht nach draussen. Man würde auch nur den Feierabendverkehr sehen, dennoch, ich bevorzuge normales Fensterglas.
Als Aperitif nehme ich ein perfekt gezapftes 0,2 KöPi.
Wir werden begonnen, wenn man mal so sagen darf, mit einem Potpurri aus Wehmanns Küche, da finden sich überbackene Austern - köstlich -, ein Dip von einer Quitte, was Molekularküche ist und meine erste Begegnung damit war. Wie ein großer Tropfen, außen fest, innen flüssig, rutscht der Dip vom Löffel direkt Richtung Gaumen und dann weiter. Besonders.
Außerdem Karottenschaum über einer Karottensuppe, die im Schnapsbecher kommt. Schaum ist ebenfalls molekular, Süppchen heiß und zum Augen verdrehen.
Ich habe dann Kalbsbries und Niere (19,50)vorweg, beides delikat und für eine Vorspeise in einem Sternerestaurant auch größer als allgemein erwartet.
Es folgt Kalbsbacke (30 €), eine Bestellung würde ich mir an keinem anderen Ort der Welt zutrauen, hier schon. Die Backe ist weich, das Messer gleitet hindurch, köstlich.
Die Weinkarte ist groß, aber übersichtlich, viele deutsche Weine in beiden Farben. Der Sommelier Erik Merten ist auch schön länger bei Scherrer, eingefleischter HSV-Fan und es ist schon komisch, sich vorzustellen wie der distinguiert agierende Merten möglicherweise im Fanblock steht und jubelt. Scherrers Weinkeller gibt derzeit rund 12.000 Flaschen Wein eine Heimat auf Zeit, natürlich schlummern dort spektakuläre Raritäten, die Empfehlungen sind allesamt bezahlbar und liegen zwischen 30 - 50 Euro. Im Silvanerjahr 2009 - 350 Jahre Silvanertraube - trinke ich einen Wein aus der Lage Escherndorfer Lump vom Weingut Horst Sauer, später noch eine Beerenauslese vom selben Winzer.
Den Erhalt der Rechnung überlebt meine Schwiegermutter dann auch ohne Riechsalz gereicht zu bekommen, ein schöner Abend, große Küche, viel Aufwand, der sich preislich im Rahmen hält.
Eine herzliche Verabschiedung, erneut per Handschlag, schon stehen wir wieder an der Elbchaussee. Der Verkehr ist weniger geworden.
Direkt neben an ist übrigens das Ö 1, gehört zu Scherrer, ist ein ehemaliges Toilettenhäuschen und Kiosk, jetzt wirklich enges und gemütliches Bistro mit überschaubaren Portionen und Preisen. Dem Verkehr abgewandt ist ein klitzekleiner, von Rhododendren bewachter, Bier-/Weingarten mit Holzbestuhlung. Wenn´s mal wieder wärmer wird.
Boschstraße 2, Frostfeste Pflanzgefäße, 22761 Hamburg
Schnuppidu
escrito em 13 Mar 2009
Kaum zu fassen, dass es diesen Laden, besser diesen offenen Lagerverkauf, schon seit 1995 gibt. Anfangs ob der Übermacht von kilometerlangen Topfreihen der Megabaumärkte hochnäsig belächelt, ist Tucano um den meist präsenten Inhaber inzwischen eine feste Größe bei den Balkon-, Garten- und Pflanzenfreunden des Nordens.
Direkt auf der Ecke Bornkampsweg/Boschstraße stapeln sich die überwiegend aus Fernost und Italien kommenden Töpfe kunstvoll in die Höhe. Das große Rolltor der verglasten Lagerhalle ist offen. Darin auf rund 1.000 qm Töpfe, Pflanzgefäße, Blumenkübel in fast allen Formen und Farben. Vor allem viele in solchen, die es sonst nicht überall gibt.
Man kann in Ruhe schauen, wer seinen Blick ein wenig unschlüssig und hilfesuchend schweifen lässt, dem wird vom umsichtigen, sehr höflichen und hilfsbereiten Verkaufspersonal ziemlich - wie ich fand - kompetent weitergeholfen. Es bringt richtig Spaß hier lange durch die Gänge zu stromern, zu vergleichen - insbesondere die Töpfe aus Fernost gleichen sich w/ Handarbeit selten wie ein Ei dem anderen.
Und wer nicht sportlich, hier heißt das dann kräftig genug ist, seine Schätze ins Auto zu verladem, dem wird völlig selbstverständlich mit einem Lächeln geholfen. Und wenn man schon mal so in Brass ist, kann man gleich noch schönes Olivenöl und einige leckere rote Weine aus der Toscana mit ins Auto packen, soviel Platz ist immer bzw. sollte immer sein.
Ab Mitte Februar wird es hier immer lebendiger, an Wochenenden ist es manchmal wirklich voll. Von März bis Mai brummt es nur noch. Fast täglich kommen Container mit neuer Ware an.
Klar, dass es auch ein paar Pflanzen, z.B. Buchsbäume, und Blumenerde gibt, letztere übrigens zum Einkaufspreis, ob der wahrscheinlich kleinen Margen ein netter Service.
Auf der Internetseite Unter Uns kann man prima nachlesen, wie die Idee zu Tucano entstanden ist. Das ist echtes Unternehmertum, aber äußerst sympathisch. Und wer dann seine Töpfe und Pflanzgefäße noch woanders kauft - i.e. Großmärkte etc. -, den soll der Frost im nächsten Winter heimsuchen.
Denn fast hätte ich es vergessen, bei Tucano sind Töpfe entweder frostfest oder nicht. Ohne Kompromisse. D.h. jeder frostfeste Topf wird - sollte er den Winter doch nicht überstehen - ersetzt. Ohne Fragen. Garantiert. Dafür steht der Inhaber mit seinem Namen.
Übrigens, fast alle Töpfe sind hier frostfest.
Das ist Service am Kunden a la bonneur. Offensichtlich erfolgreich, gibt es das kleine Unternehmen doch schon seit 1995.
Postado em: sehnsuchtdeutschland.wordpress.com
Große Elbstr. 128, 22767 Hamburg
Haifisch Bar - Altona-Altstadt
Schnuppidu
escrito em 8 Set 2008
“Junge, komm bald wieder, bald wieder nach Haus, Junge, fahr nie wieder, nie wieder hinaus”, diese Zeilen zaubern Norddeutschen eine Ganzkörpergänsehaut, von unserem Hamburger Jung Freddy Quinn mit viel Herz gesungen und weltberühmt (?) geworden. Ingebriff der Hafenromantik.
Das ist das erste Lied, das ich wähle, als wir letzten Freitag nach rund 20 Jahren mal wieder in der Haifischbar sind. Früher
waren wir gelegentlich hier, meistens in der Fischmarktnacht, ein Blinder spielte damals auf dem Akkordeon, der Laden war voll, schwer verqualmt und ziemlich verrucht. Frei nach einem Film, dessen Namen ich nicht erinnere, sagten wir, es handele sich um die übelste Spelunke am Kai, schäferhundgroße Kakerlaken und Frauen mit Brüsten, die einem Haifisch eine Maulsperre verpassen würden.
Eine echte Kneipe, irgendwo hängt auch noch ein Haifischgebiss, ein kleiner Alligator und allerhand Utensilien, die mit Hafen, Seemännern und Meer zu tun haben, nebenan ist die Seemannsmission. Den klassischen Seemann, mit dickem Oberarm, Tätowierung und großem Herz gibt es dort allerdings nicht mehr. Und wenn, kommen sie nicht in die Haifischbar, weil auch die modernen Seeleute nicht mehr saufen und raufen, sondern arbeiten und sparen.
Diesmal haben wir einen ganz verrückten Start, es ist früher Abend, 19h, wir sind stocknüchtern und wollen uns eigentlich nur hier treffen, um in die um die Ecke liegende Älteste Seemannskneipe von Hamburg - den Schellfischposten - zu gehen.
In der Haifischbar sind jetzt bereits 25 junge Männer aus Freiburg im Breisgau, alle im Hawaii-Hemd, nur einer - der größte und nüchternste - muss im Rotkäppchen-Outfit Kondome und Schnäpse mit schlüpfrigen Namen an Vorbeigehende verkaufen. Seit morgens um 8h sind sie unterwegs, man sieht es ihnen an.
Wir sitzen draussen, links und rechts des Eingangs, es ist mild, würde die Abendsonne scheinen, wäre das ein besonders feiner Platz. Der Blick auf den Containerterminal Tollerort ist noch gänzlich frei, doch Bagger stehen schon bereit, um einen weiteren Neubau hochzuziehen, dann steht die Haifischbar auf einmal in der zweiten Reihe. Astra aus der Flasche, blitzkalt, Selbstbedienung.
Um 20 h haben die - ganz netten und friedlichen - Jungs genug, die Musicbox wird frei, ebenso der Tresen, am Zigarettenautomat hängt der Spruch “Schluck, du Luder”, womit hier wohl nur die Geldstücke gemeint sein können. Alle rauchen als hätte es nie irgendeinen Gesetzesentwurf gegeben, der mit Nichtraucherschutz zu tun gehabt hat.
Bea, seit 14 Jahren in Hamburg, Berlinerin mit Schnauze, schmeisst heute den Laden, eigentlich hat sie eine Kneipe an der Holstenstraße, da sollen wir nächstes Mal hinkommen. Ihr zur Seite steht Claudi, die uns nachdem sie Vertrauen in unsere Seriösität gefasst hat, gesteht, dass wir mal einen ausgeben sollen/dürfen, sie und Bea trinken gerne Ouzo.
Zwei Ouzo später steht eine große Portion Pommes mit viel Majo auf dem Tresen, in der Box laufen Lieder von Lotto (Fliegen), Engelbert (Release Me), Elvis (In the Ghetto), Freddy usw., wir sind die einzigen, die die schöne Box füttern. Ein paar Kleinigkeiten kann man hier essen, was vorbei kam, war frittiert, Fritten waren prima, echte, bodenständige Küche kann man bestimmt nicht erwarten. Warum auch, es ist ja eine richtige Kneipe.
Der Laden ist gut gefüllt, ein paar Medienvertreter in der Ecke, ich erkenne eine Journalistin, die uns vor kurzem interviewt hat, sie erkennt mich nicht, abgesehen davon, dass das gut so ist, spiegelt es auch die Qualität ihres Beitrags von damals wieder. Bestimmt findet sie es ziemlich hip hier. Das ist es aber eben gerade nicht, weder angesagt noch dem Zeitgeist in irgendeiner Weise entsprechend. Die Kneipe hat sich nicht verändert, das ist herrlich, weil sie auch nicht so abgewrackt ist wie Kneipen auf dem Hamburger Berg oder in der Talstraße. Es ist sogar recht gutes Publikum hier, ein älterer gepflegter Herr sitzt an der Tresenecke, trinkt fünf Bier, ist happy.
Um 1.30 h ist der große Durst weg, alle Lieder sind mehrfach gehört, der Ouzo ist alle, der alte Mann ist gegangen, bei näherem Betrachten sind die zuvorkommenden Tresendamen doch keine Models mit Bierkutscherschnauze, eher kampferprobte Frauen aus der ersten Reihe. Wir gehen.
Ach ja, ein Absacker im Schellfischposten soll es noch sein, da wollten wir ja eigentlich hin. Die Tür ist verschlossen, die Lichter erloschen. Wahrscheinlich ein Glücksfall, damit wir uns nächstes Mal gleich in der ältesten Seemannskneipe von Hamburg treffen können. Aber ob wir das jetzt noch wollen?
Wir werden sehen, die Haifischbar bekommt jedenfalls fünf Punkte, weil sie so ist wie sie immer war und ich das klasse finde.
Große Elbstr. 143, 22767 Hamburg
Fischereihafen Restaurant Rüdiger Kowalke
Schnuppidu
escrito em 28 Ago 2008
Nach dem Büro wollten wir ein Bier trinken gehen, eine Kleinigkeit essen wäre auch schön. Wir ließen uns treiben, an der Elbe entlang, vorbei am Henssler, am Rive, am neuen Marseille und den vielen anderen Lokalen/Restaurants, die sich in den letzten Jahren an der Elbmeile angesiedelt haben.
Vorbei auch an Christine, die im bemerkenswerten Alter ihren dafür nicht minder bemerkenswerten Körper vor den abgeschlossenen Rollgittern der Großen Elbstraße feilbietet.
Und dann stehen wir vor dem Restaurant, das gefühlt schon immer hier war. Bevor der Hafen chic wurde, bevor die Neubauten überwiegend aus Glas konstruiert wurden, bevor der Straßenstrich sich direkt vor der Tür in Luft auflöste.
Und zwar direkt neben den langgezogenen Fischhallen, wo jede Nacht bzw. jeden frühesten Morgen frischer Fisch angelandet wird. Frischer Fisch ist für den Restaurantchef hier daher nur ein Gang über die Straße.
Vor der Tür, mit weißer Kapitänsmütze, begrüßt der Wagenmeister freundlich. Er parkt Autos der Gäste um, hilft äußerst betagten Damen oder Herren die steile Treppe zu erklimmen (es steht sogar ein Treppenlift parat), um die heiligen Hallen der Herren Kowalke - Rüdiger, der Vadder, und Dirk, der Sohn - sicher zu erreichen.
An der Fischkörperklinke ziehen wir die schwere Tür auf, Kowalke senior begrüßt jeden Gast persönlich, trägt Schlips ohne Jackett, ist braungebrannt und hat eine äußerst gewinnende Art. Nicht reserviert, zwei Plätze sind nicht frei, das Restaurant - es ist ein Mittwoch gegen 20 h - ist voll. “Das wird gleich, setzen Sie sich kurz an die Oyster Bar, der nächste Tisch geht an Sie”, sagt er, während er uns dorthin begleitet. An der Oyster Bar gibt es nur Drinks, Austern und enorme viele Fotos mit prominenten Besuchern aus den letzten 27 Jahren.
Dort werden wir von Ricci, DEM Barchef, der gute 50 Jahre alt sein mag, stilecht Fliege trägt und seit Beginn im Jahre 1981 mit an Bord ist, in Empfang genommen. Eine derartig angenehme Art habe ich einem Restaurant noch nicht erlebt, leicht und aufdringlich konversiert er, hat alles im Blick ohne je unaufmerksam im Moment zu sein. Wir fühlen uns schon jetzt pudelwohl.
Glücklicherweise wird kein echter Tisch frei und unter Entschuldigungen deckt man uns den besten Platz - aus unserer Sicht - des Hauses ein. Direkt neben der Bar - eigentlich in der Bar - sind zwei höhere Tische, einen davon bekommen wir. Sitzen auf einer hohen gepolsterten Bank, mit dem Rücken an Fotografien von Prinz Charles und Helmut Kohl gelehnt.
Dieser Platz darf getrost als Zentrum, als Marktplatz, als die Klatschzentrale, als der Beobachtungsposten des Fischereihafen Restos bezeichnet werden. Drei Kellner decken in Sekundenschnelle dicke Leinenservietten, Gläser, köstliches Brot und delikaten Dip.
Im Laufe des Abends kommen der Chef persönlich oder auch seine äußerst attraktive Frau, die in diesem Familienbetrieb als Restaurantchefin ebenfalls omnipräsent ist, mehrfach vorbei, um sich nach unserem Wohlergehen zu erkundigen.
Von der Karte wählen wir mehrere Kleinigkeiten, beginnen mit sechs Sylter Royal, die - so lernen wir - jetzt noch ziemlich klein sind, ab April aber wirklich dick daher kommen. Auf den Preis hat das keinen Einfluss, 3,00/Stück, egal in welcher Jahreszeit.
Danach Bouillabaisse, randvoll mit Fisch und Meerestieren, köstlich. Zum Abschluss zwei Matjes auf Schwarzbrot mit Apfelschmand, zum Niederknien, wenn man Fisch mag.
Nach ein paar prima gezapften Beck´s haben wir auf Empfehlung von Ricci alias Richard Chaniewski jetzt einen Grauburgunder von Schneider am Wickel, es ist ein ständiges Kommen und Gehen, fröhliches Verabschieden, alle Gäste machen den Eindruck als hätten sie einen herrlichen Abend verlebt. Bekannte kommen vorbei, ein kurzer Schnack und weg sind sie.
Inzwischen - wir haben noch eine Flasche von Herrn Schneider auf dem Tisch sowie sechs letzte Austern, die der Patisseur für uns geöffnet hat - sind fast alle weg, nur Ricci und Frau Kowalke kümmern sich fürsorglich um eine kleine Geburtstagsgesellschaft, die uns gegenüber fröhlich den geschenkten Hula-Hub-Reifen für die flotte, nicht mehr ganz junge Mutter, feiert, was alle amüsiert. Nur ihr Schoßhündchen bellt beleidigt, musste es doch den Platz an Frauchens Busen für den Hula-Test verlassen.
Wir ordern die Rechnung, die zweite Flasche geht auf´s Haus. Das ist großzügig, wir haben uns sowieso wohlgefühlt, in Gedanken schon diesen Tisch für mindestens einmal in jedem der noch kommenden Lebensmonate reserviert und Ricci, ehemals Barchef im Atlantic und der legendären Hamburger Insel, hat das ohne Not erkannt, belohnt und aus unserem Vorsatz eine feste Reservierung gemacht.
Das Fischereihafen Restaurant ist eine Institution, angestaubt, piefig, so die allgemeinen Vorurteile von Unwissenden. Komplett wiederlegt, kein Restaurant für junge Leute, aber mit absolut erstklassigem Service, den man für seine Art nicht hoch genug loben kann, stets frischer Küche und mehreren Flagschiffen in verschiedenen Teilen des Hauses ausgestattet. Kurz zu den Preisen, Hauptgerichte liegen zwischen 15 - 30 Euro, Labskaus sogar noch darunter.
Um einen so exzeptionell schönen Abend zu verbringen, müsste man in Hamburg sonst zu Frau Süße in die Schlachterbörse gehen.
Ich fand die Soßen dort sehr langweilig… hat mir aber Spaß gemacht, die Bewertung zu lesen.
17 Set 2008 de Futterkrippe
Friesenweg 7, Upsolut Event GmbH, 22763 Hamburg
Schnuppidu
escrito em 7 Jul 2008
Samstag morgen, 8 h, wie von den Experten empfohlen, schäle ich mich rund drei Stunden vor meiner persönlichen Startzeit aus dem Bett. In der Nacht hat es nach rund 30 Stunden tatsächlich aufgehört zu regnen. Wie bei so vielen Hamburger Sportveranstaltungen hat Petrus sich kurzfristig dazu entschlossen, mit äußerlich besten Bedingungen dafür zu sorgen, dass herrliche Bilder von Hamburg in den Köpfen der Teilnehmer aus nah und fern bleiben werden. Um 11.50h werde ich in die Alster springen, um als einer von rund 4.000 Hobbyathleten, viele Frauen darunter, die Sprintdistanz des schönsten Triathlons anzugehen: 500 m im Trinkwasser der Binnenalster schwimmen, 22 km auf der Panoramastrecke entlang des Hafens, der Reeperbahn und der Elbchaussee Rennrad fahren und am Ende mit Gummibeinen noch 5km entlang der Binnen- und Außenalster zu laufen, um dann auf dem Rathausmarkt triumphal als Finisher einzulaufen.
Noch ein vorletzter Kaffee, eine Marlboro, noch ein letztes Mal mit Sportteil unterm Arm in der Tiefe der Wohnung verschwinden, letzter Check von unten nach oben: Schuhe, Transponder zur Zeitmessung am Fußgelenk, Hose zum Schwimmen, Radfahren und Laufen, Startnummer für den Helm, für das Rad, für den Rücken, Badekappe mit Startnummer, Fahrradhelm usw. usf.
Der Hamburg, ehemals Holsten City Man ist innerhalb weniger Jahre zum größten Triathlon der Welt geworden, wenn es um die Teilnehmerzahlen geht. Letztes Jahr hatte er den Status einer Weltmeisterschaft, heute ist er für die Profis ein Weltcup.
Rechtzeitig erreiche ich den Check-In für die Wechselzone, wo man sein Rad, alle Klamotten und Ausrüstungsgegenstände, die man während des Wettkampfs braucht, deponiert. Auf dem mit 2m hohen Zäunen komplett eingegitterten und gut bewachten Ballindamm stehen jetzt ein paar Tausend Fahrräder, überwiegend Rennräder, der Triathlon hat für die ersten Starter schon morgens um 7.30 h begonnen, während einige ihren Stellplatz suchen, sind andere mitten im Rennen, hört man Rockys Eye of the Tiger vom Alsteranleger, untrügliches Zeichen, dass der nächste Startblock mit rund 200 Mutigen gerade in die Alster gesprungen ist, begeistert angefeuert von enorm vielen Zuschauern, die hier an der Alster versammelt sind.
Die Starts erfolgen im 10 Minuten-Takt, so dass über Stunden immer Leute schwimmen, während andere radfahren und weitere das Ziel erreichen. Samstag Sprintdistanz, Sonntag Olympische Distanz (1.500m Schwimmen/40km Rad/10km Laufen).
Wir sind gesettlet, es kann losgehen, barfuß und ohne Lackschuh trotten wir durch die U-Bahnunterführung auf den Jungfernstieg. Zwischen vielen amüsierten Shoppern, die sich an unserem Anblick erfreuen, erreichen wir den Alsteranleger, Hamburg 11.45 h, die Badekappe sitzt, die Schwimmbrille auch. Per Arschbombe in die Alster, 20,6 Grad, was durchaus angenehm ist. Vor Jahren war es schon so kalt, dass mir fast der Atem wegblieb. 11.50 h Startschuß, wie eine in Aufregung geratene Lebendfischsuppe schwimmt jeder so schnell wie er kann. Das ist bei einigen, die 500m am Stück kraulen können, sehr schnell, bei anderen eher gemütlich. Ich schwimme z.B. jedes Jahr insgesamt 500m und die in der Alster. Heute ist also mein Schwimmtag.
Immerhin gehe ich nicht unter, entsteige der kleinen Alster am Rathausmarkt, laufe auf einem grünen Teppich bis zu meinem Rad auf dem Ballindamm. Schuhe anziehen, Hemd anziehen, Startnummer, Helm zu, Rad schieben bis zum Ende der Wechselzone. Und dann radfahren gen Westen bis nach Teufelsbrück am Jenisch-Park, Panoramstrecke mit Hafen, Reeperbahn, Speicherstadt, Landungsbrücken.
Nach 22 km wieder Wechselzone, absteigen, Rad schieben, Kommissäre springen anderen vor das Rad, weil der Helm schon geöffnet ist. Hobbyrennen eben.
Und jetzt laufen, eine Tüte Energy-Gel schmeckt wie Knüppel auf den Sack, Leistungsexplosion bleibt leider auch aus. Auf den Startnummern stehen die Vornamen, Wildfremde muntern die Läufer auf, nette Idee. Das Laufen ist trotzdem eine Tortur, 5km können lang sein, als ich unter der Lombardsbrücke hindurchlaufe, sehe ich den Rathausturm, da will ich hin, da ist das Ziel. Rechts “fliegt” das 4 Jahreszeiten vorbei, Alsterhaus, die Strecke wird enger, immer mehr Zuschauer, die Stimmen der Moderatoren sind zu hören, Neuer Wall, gleich biege ich links ein, Tausende Zuschauer, meine Kinder an der Hand, Jubel-Orkan, Ziel erreicht, fühle mich gut, Medaille um den Hals für mich und die Kinder (sehr nett von der Medaillendame).
Alle sind gutgelaunt, durchaus erschöpft, die von Nichtteilnehmern oft belächelte Sprintdistanz ist völlig ausreichend, um sich mal richtig anzustrengen. Viel lustiger als jede der drei Disziplinen für sich alleine.
Im Ziel gibt es alkoholfreies Weizen, besser kommt aber die kalte Coca-Cola, Bananen und Orangen mag ich jetzt nicht mehr, Blecheweise gibt es Butterkuchen, köstlich, einer der Höhepunkte des Events.
Meine Schwägerin ist Heldin des Tages, früher noch große Leichtathletin, hat sie seit 10 Jahren keinen Sport mehr gemacht, mit dem Herzen einer Wettkämpferin ausgestattet, erreicht sie ebenfalls das Ziel, ist völlig aufgedreht und happy.
Danach Reesendammbrücke, einige kalte Biere wider die Dehydration, das Männerprofirennen startet, durchtrainierte Jungs pflügen durch die Alster, mitreissend.
Um 18 h holen wir als letzte unsere Räder aus der Wechselzone ab, sehr freundliche Jungs von der Crew verabschieden uns, wir danken und radeln nach Hause.
Diese Veranstaltung ist phantastisch, die Organisation ist so viel diffiziler als bei einem Marathon oder einem einfachen Radrennen, doch alles klappt wie am Schnürchen. Als durchschnittlicher Teilnehmer kommt man jedenfalls nicht auf die Idee, das irgendetwas fehlen könnte oder schief läuft.
Und wie die das immer mit dem Wetter machen…
Auf dem Nachhauseweg gerate ich an den Landungsbrücken in den Schlager-Move, vom Rad abgestiegen, zwischen 38 Trucks geschoben, mitgesungen, Bier getrunken, bis ich am Pinnasberg quasi wieder ausgespuckt wurde. Ich liebe Hamburg.
Und ich finde es jedenfalls absolut herrlich, dass ich in einer Stadt lebe, wo andauernd etwas los ist, ob Sport, Musik, Motorräder oder Kreuzfahrer, wo es Veranstalter gibt, die etwas bewegen. Und es ist gut, dass Hamburgs Politik/Ämter diese Veranstaltungen unterstützen, mein Sportstadt Hamburg Tattoo auf dem Arm verblasst langsam, die Erinnerung an diesen schönen Tag bestimmt nicht so schnell.
St. Pauli Fischmarkt 14, 20359 Hamburg
Schnuppidu
escrito em 5 Dez 2007
Große Elbstr. 160, 22767 Hamburg
hensslerhenssler - Altona-Altstadt
Schnuppidu
escrito em 5 Out 2007
(atualizado em 8 Dez 2008)
Es ist schon viel darüber gesagt und geschrieben worden, aber eben noch nicht alles. Und vor allem nicht von jedem.
Wer das Henssler & Henssler steril nennt, verfehlt den Kopf des Nagels m.E. erheblich. Hohe Decken, Ablüftungs- und Heizungsrohre darunter, weisse Wände, gestärkte Tischdecken und Servietten aus Leinen und Lampen wie in einer Designer-Werkstatt. Weltstädtisches Flair, das könnte auch in Sydney, Kapstadt oder San Francisco sein.
Wer hier alleine sitzt, mag sich einsam vorkommen. Das man hier alleine sitzt, ist allerdings völlig ausgeschlossen, ist der Laden doch fast immer im Voraus gut ausgebucht.
Und dann ist genau diese Atmosphäre das Besondere. Übrigens, steril passt, auch hier wieder m.E., auf nahezu jede andere Sushi-Bar, wo Plastikschüsselchen auf Laufbändern fahren (das wiederum gefällt mir prima) und Neonlicht die Gesichter mehr erhellt als häufig gut wäre.
Außerdem mag ich Läden, wo die Namensgeber und/oder Inhaber durch dauernde Präsenz glänzen. Und das ist hier so.
Vater Henssler geht permanent durch den Laden, begrüßt bekannte Gäste ebenso aufmerksam wie er Neulingen freundlich zunickt. Hat hier einen kurzen Schnack und ist schon wieder unterwegs, schaut ob irgendwo irgendwas fehlt und sorgt für unaufgeregte, zügige Abhilfe.
Sein für einen hart arbeitenden Koch bemerkenswert gut aussehender Sohn, der andere Henssler, ist derweil aus jedem Winkel des Ladens in seiner Sushi-Küche immer gut sichtbar. Pausen scheinen für ihn Worte einer Sprache, die er nicht versteht. Japanisch vielleicht.
Der Service ist geschäftsmäßig überaus aufmerksam, ein wenig mehr Lächeln könnte hier und da mal ganz nett sein, ist hier aber ein Kriterium, das nicht so ins Gewicht fällt.
Das liegt daran, dass man, in diesem Falle ich, zumindest in Hamburg nie mehr woanders Sushi in all seinen Ausprägungen essen mag, wenn man bei Henssler & Henssler einmal damit angefangen hat.
Ich bin überhaupt kein Freund von Aussagen a la “der beste Latte Macchiato oder die beste Nudel der Stadt”, aber hier ist es einfach köstlich, köstlich und nochmal köstlich. Dafür muss man auch kein Sushi-Freund oder Asien-Fan sein, Aussehen und Geschmack sind geeignet, endlich einmal die Augen zu verführen und den Magen zu betören. Wenn der Fisch vorher gewußt hätte, was hier einmal aus ihm wird, ich bin sicher, er hätte sich freiwillig ins Netz geschmissen. Gleiches gilt für alle anderen Zutaten.
Ein kleines allerdings allerdings. Wer zu viert oder sogar mit mehr Leuten hier einkehrt, sollte wissen, dass eine Unterhaltung mit allen anderen nahezu unmöglich ist. Insofern kann man gerne mal die Schwiegermutter mitnehmen, muss aber darauf achten, sie nicht direkt neben sich selbst zu plazieren. Die Akustik ist der Preis, den ich für die luxuriöse Fischhallenarchitektur gerne in Kauf nehme. Aber erstens kann man sich genüßlich dem Essen widmen und zweitens ist ein brummendes, gut gehendes Lokal selten für Tischgespräche ohne Sinnverluste gemacht.
Wir sitzen daher oft zu zweit an der kleinen langen Bar an der offenen Küche, direkt vor unserer Nase wird hart am Fisch gearbeitet und gerolllt, geschnitten und Reis geformt.
Es gibt übrigens auch das sagenumwobene Kobe-Beef von japanischen Rindern, die man angeblich mit Bier oder anderen Schweinereien einreibt und mit Mozart beschallt, damit man Argumente hat, ihr sündig-zartes Fleisch für absurde Preise anzubieten, die sonst auf der Amsterdamer Diamantenbörse für vergleichbar kleine Einheiten von Edelsteinen bezahlt werden. Aber hier will ich ja auch nur Sushi essen.
Fabelhafter Laden,
Schnuppidu
Location-Check am 16. April 08:
Dienstag, 20 h, zwei Plätze am tiefen Tresen, direkt vor unseren Nasen werden die Sushis, Sashimis und so weiter mit großer Fingerfertigkeit fingerfertig gemacht.
Neben all den Kellnerinnen gibt es auch einen Kellner, ein junger Mann namens Samuel, äußert gewandt, er bedient uns jedes Mal, weil wir immer am Tresen sitzen. Der perfekte Kellner, die beste Bedienung. Grauburgunder wie immer, ja gerne, dazu stilles Wasser, natürlich. Er rezitiert die Tageskarte wie Roger Willemsen über Charlotte Roches Feuchtgebiete, kunstvoll, präzise, wenig aufgeregt. Wie die Pawlowschen Hunde sitzen wir und hören zu. Nehmen dann aber - auch wie immer - Tuna Sashimi On the Rocks, d.h. 1 cm dicke Thunfisch-Scheiben roh, sonst nichts, dann Chicken Teriaky, Crunchy Rolls, Tuna Rolls Spicy, am Ende nochmal Teriaky und zum echten Abschluß eine weitere Lage Crunchy Rolls, zwischenzeitlich ein zweites Glas Grauburgunder.
Kobe Beef gibt es wohl nicht mehr, jedenfalls nicht auf der Karte, alles andere ist genauso schön und vertraut - genau - wie immer.
Fünf voll fette Sterne werden absolut bestätigt.
Gruß, Schnuppidu
Location-Check am 2. Dezember 08:
Frau Möller, so heißt die Dame am Reservierungstelefon, bestätigt höflich den Stammplatz an der Sushi-Bar um 19.30h, Samuel ist in der üblichen Topform, die kolportierten Weggänge von Sushi-Köchen sind unter dem Motto “Der Friedhof ist voll mit Leuten, die unersetzbar waren” nicht wahrnehmbar. Und wenn schon? Immerhin grüßen die Meister der Fischrolle an diesem Abend freundlich. Die ruppige Art von Henssler Senior muss man lieben, er schleimt sich nicht durch den Abend, voll ist der Laden dennoch.
Nächstes Mal bestelle ich allerdings eine Flasche Grauburgunder, habe festgestellt, dass drei Gläser fast so viel wie eine Flasche kosten.
Ein herrlicher Abend, fünf Sterne in jedem Falle.
Gruß, Schnuppidu
Grosse Elbstrasse 164, 22767 Hamburg
Schnuppidu
escrito em 2 Out 2007
(atualizado em 16 Abr 2008)
Mein Bruder hatte mich auf den Hafenkrug aufmerksam gemacht, ein gutbürgerliches Traditionshaus, dass in Hamburg an der Grossen Elbstrasse direkt neben dem Sushi-Tempel Henssler & Henssler und dem Frischeparadies liegt. Das Haus gibt es schon ewig, es fällt auf zwischen den Fischhallen und den vermehrt auftretenden modernen Häusern der Hafenrandbebauung.
Früher war ungefähr auf dieser Höhe der Anfang des Hamburger Straßenstrichs, heute ist nur noch Christine übrig, in die Jahre gekommene Dame des horizontalen Gewerbes, die einem hinter ihrem Namensschild und allerlei im Auto hängendem Tinnef, einladende Blicke zuwirft.
Der Hafenkrug war ebenfalls in die Jahre gekommen als Lother Tubbesing und Heike Freitag ihn für die Erfüllung ihres Lebenstraums entdecken. Das war Anfang 2007. Tubbesing ist geborender Westfale und überzeugter Hanseat, hat nahezu alle Stationen einer gastronomischen Karriere weltweit durchlaufen, u.a. Kellner-, Koch- und Konditorausbildung, Barkeeper im Grosvenor House in London und Leitung mehrerer Restaurants und großer Hotels. Frau Freitag kocht, hat sich der Slow Food-Bewegung verschrieben, die Genuß und Naturprodukte groß schreibt, und zieht ihre bodenständige Kreativität und Vielfalt aus der liebevollen Ausbildung durch ihre Großmutter. Tochter Tubbesing fungiert als Chef de Rang und schmeisst gemeinsam mit ihrem Vater den Laden jenseits der Küche und des Tresens.
Und dann wäre da noch die 5-Jahre alte Dogge zu erwähnen, die friedlich im Wege liegt.
Wer hier eintritt wird sehr nett und zuvorkommend von Herrn Tubbesing empfangen, Fotos und Gemälde, die den Hafen und seine Menschen zeigen, hängen im ganzen Lokal ohne kitschig zu wirken. Der kleine Hauptraum hat Platz für gute 30 Leute, die Fenster gehen Richtung Hafen. Warmes Licht, Gemütlichkeit, mit Betreten des Lokals steigt die Vorfreude auf die kommenden Stunden nochmals beträchtlich an. Zu Recht wie sich im Laufe des Abends zeigen wird.
Wir sind zu acht, es gilt in einen Geburtstag reinzugleiten bei perfekt gezapften Astras, überzeugenden Weinen aus einer ziemlich großen Weinkarte - Sommelier hat Herr Tubbesing nicht gelernt, berät aber aus Erfahrung gut - und umsichtiger Betreuung. Alle bestellen unterschiedlich, es gibt Himmel & Erde, Labskaus, Hamburger Pannfisch, tagesfrische Miesmuscheln, in Butter gebratenen Zander, gebratenes Rotbarschfilet auf Pommery-Senfsauce, gebratene Blutwurst, ein Hamburger Rundstück und Steakmedaillions ( mit 20,50 Euro das teuerste Gericht auf der Karte). Ob es uns etwas ausmachen würde, wenn es etwas länger dauert, da man nur über vier Kochplatten verfüge. Nein, im Gegenteil, alles hört sich lecker an und wir haben reichlich Zeit mitgebracht. Und alles was uns aufgetischt wird, schmeckt köstlich und sorgt für höchst zufriedene Gesichter.
Gegen 24 h sind wir die letzten Gäste, schmettern ein losgelöstes Happy Birthday und dürfen - ohne uns gehetzt zu fühlen - bis nach 1 h bleiben. Wir gehen in dem Gefühl, eine persönliche Entdeckung gemacht zu haben, die uns auch zukünftig noch viel Spaß machen wird.
Auch Christine hat jetzt eingepackt, die Tage werden kälter.
Herzlichst, Schnuppidu
Epilog / 16.04.08:
Den Hafenkrug gibt es nicht mehr, den neue Wirt nennt das neue Restaurant jetzt Marseille und antwortet auf die Frage nach Herrn Tubbesing: “oh, wo der jetzt ist, keine Ahnung, aber unter den Umständen unter denen er den Hafenkrug verlassen hat….” Schade.
8 Dez 2007 de Exilfranke
Meus Grupos:
Qontrovers, Hamburg, QYPE-CITY-NIGHTS-HAMBURG, Qype Hilfe, Qyperia
A melhor experiência da minha vida
Ein Kiosk. Ein Fremder. Er fragt nach einem Reisemagazin über Deutschland. Die Verkäuferin empfiehlt Sehnsucht Deutschland. Uns! Das war sehr schön, habe dann auch gleich noch eines gekauft...
Eu nunca contei isso pra ninguém
Wir sind gedruckt, erscheinen 4 x im Jahr und sind auch im Handel erhältlich.
Quando não estou no Qype, eu...
mache ich Sehnsucht Deutschland